Warken will Lösung bei Jahresrezepten für chronisch Kranke
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) setzt auf eine rasche Verständigung auf die Einführung von Jahresrezepten für chronisch Kranke. "Angesichts begrenzter Versorgungskapazitäten macht es Sinn, entbehrliche Arztkontakte und Wartezeiten zu reduzieren und die bisherige Quartalslogik für Chroniker zu überwinden", sagte Warken der "Bild am Sonntag". Dies werde auch nicht zu Mehrkosten für die Krankenkassen führen.
Bislang müssen chronisch Kranke ihre Rezepte vierteljährlich in einer Arztpraxis erneuern lassen. Zwar war noch in der Zeit der Ampel-Regierung eine gesetzliche Basis für eine jährliche Erneuerung geschaffen worden, die Umsetzung stockt jedoch seither. "Sollte es zu weiteren deutlichen Verzögerungen kommen, werden wir im Rahmen unserer Rechtsaufsicht die erforderlichen Schritte prüfen", kündigte Warken nun an.
Ärzteverbände und Krankenkassen unterstützen die Reform nach eigenen Angaben im Grundsatz, bei der Umsetzung sprach ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) allerdings in der "BamS" von einer "komplexen Herausforderung". Auch er äußerte aber die Erwartung, es sei "mit einer Vereinbarung in diesem Frühjahr zu rechnen".
Auch der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) signalisierte seine Zustimmung. "Jahresrezepte als zusätzliche Möglichkeit finden wir gut und richtig", sagte Co-Vorstandsvorsitzende Stefanie Stoff-Ahnis der "BamS". Bestimmten chronisch Kranken würden dadurch unnötige Wege erspart, zugleich entlaste es die Praxen.
T.Naim--al-Hayat