AL HAYAT - Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch

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Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch
Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch / Foto: Fabrice COFFRINI - AFP/Archiv

Diplomat: Alle Bewerber um Amt des UN-Generalsekretärs fallen bei Vetomächten durch

Bei der jüngsten Probeabstimmung im UN-Sicherheitsrat sind nach Diplomaten-Angaben alle sieben Kandidaten für die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres auf Ablehnung bei den ständigen Ratsmitgliedern gestoßen. Bei dem Votum am Freitag habe sich keiner der Bewerber die Unterstützung aller fünf Vetomächte sichern können, hieß es aus Diplomatenkreisen. Die Abstimmung dürfte den Weg für neue Kandidaturen ebnen.

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Die Abstimmungen im UN-Sicherheitsrat erfolgen geheim und traditionell in mehreren Runden. Die Vetomächte können Bewerber blockieren. Der gewählte Kandidat oder die Kandidatin muss danach von der UN-Vollversammlung bestätigt werden.

Erstmals seit Beginn des Auswahlprozesses machten die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder - Großbritannien, China, Frankreich, Russland und die USA - am Freitag mit farbigen Stimmzetteln deutlich, welchen Kandidaten sie unterstützen oder ablehnen.

Die ehemalige Vizepräsidentin Costa Ricas, Rebeca Grynspan, die derzeit die Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD) in Genf leitet, erzielte das beste Ergebnis. Sie erhielt aber auch fünf ablehnende Stimmen, darunter zwei von ständigen Ratsmitgliedern. Dahinter folgten der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, und die ehemalige Außenministerin des Karibikstaates Guyana, Carolyn Rodrigues-Birkett.

US-Medien zufolge lehnte Washington bei der Probeabstimmung alle sieben Kandidaten ab. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, wollte die Berichte nicht kommentieren. Zugleich betonte er: "Wenn Länder weitere Kandidaten vorschlagen möchten, ist das ihr souveränes Recht."

Als potenzielle neue Bewerber werden der Hohe Vertreter des Friedensrats für den Gazastreifen, der bulgarische Diplomat Nikolai Mladenow, sowie die Staatsministerin im Außenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate, Lana Nusseibeh, gehandelt. Auch der Name des Generalsekretärs der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), Feridun Sinirlioglu, wurde in diesem Zusammenhang genannt.

Bislang stand noch nie eine Frau an der Spitze der Vereinten Nationen und mit dem Peruaner Javier Pérez de Cuéllar von 1982 bis 1991 erst einmal ein Lateinamerikaner. Das Amt wird nach einer ungeschriebenen Regel jedes Mal rotierend an eine andere geografische Region vergeben, dieses Mal wäre nach dem Portugiesen Guterres Lateinamerika an der Reihe.

"Wir verstehen, dass der Wunsch nach einer regionalen Rotation besteht", sagte der US-Botschafter Waltz. "Wenn der beste Kandidat eine Frau ist, würden wir uns natürlich darüber freuen. Aber was wir wirklich brauchen, ist in erster Linie der beste Kandidat."

Beobachter sehen die UNO im 81. Jahr ihrer Gründung vor ihrer größten Bewährungsprobe - unter anderem, weil die USA unter Präsident Donald Trump massiv Finanzmittel gestrichen haben. Viele Länder sehen in dem von Trump gegründeten "Friedensrat" zudem eine Konkurrenz zu den Vereinten Nationen.

P.Hassan--al-Hayat