UEFA hält an FIFA-Boykott fest
Die Europäische Fußball-Union UEFA hält im Machtkampf mit FIFA-Präsident Gianni Infantino den Druck aufrecht. Trotz des Rückzugs der FIFA-Pläne für eine Öffnung gegenüber externen Investoren hält die UEFA an ihrem Boykott der Wettbewerbe des Weltverbandes fest. Das geht aus einer UEFA-Erklärung auf SID-Anfrage vom Donnerstag hervor. Zudem bekräftigte die UEFA, sie habe das Vertrauen in Infantino verloren.
Die UEFA-Verbände hätten ihre Bedingungen für eine Rückkehr zu FIFA-Wettbewerben klar formuliert. Demnach müsse der Plan zum Verkauf von Anteilen an den wichtigsten FIFA-Wettbewerben zurückgezogen werden und zudem sichergestellt werden, "dass derartige Versuche, den Fußball auf diese Weise zu entstellen, niemals wieder unternommen werden", so die UEFA: "Diese Bedingungen sind nicht erfüllt."
Die FIFA-Führung hatte am Mittwoch nach einer Krisensitzung ihrer Spitzenfunktionäre in Marokko "Fehler" eingeräumt und für das inzwischen aufgegebene Vorhaben um Entschuldigung gebeten. Zugleich sprach sie Infantino ihre "volle Unterstützung" aus und verwies darauf, dass er als einziger von den 211 Mitgliedsverbänden gewählter Verantwortlicher an der Spitze des Weltverbandes stehe.
Die Unterstützung aus der FIFA-Führung ändere jedoch nichts, entgegnete die UEFA. Die Erklärung stamme von "einigen Personen, die vom FIFA-Präsidenten beschäftigt werden und deren Karriere von seinem Wohlwollen abhängt".
Infantino, der bislang der einzige erklärte Kandidat für die Wiederwahl im März 2027 ist, steht seit der überraschenden Vorstellung des inzwischen zurückgezogenen Investorenplans in der vergangenen Woche massiv in der Kritik. Besonders die UEFA und der nord- und mittelamerikanische Kontinentalverband CONCACAF hatten sich entschieden gegen das Vorhaben gestellt.
X.Ajmi--al-Hayat