Französische TV-Moderatorin gibt Sendung wegen Kandidatur ihres Partners ab
Wegen der Präsidentschaftskandidatur des sozialdemokratischen EU-Abgeordneten Raphaël Glucksmann in Frankreich hat dessen Partnerin Léa Salamé, eine prominente TV-Journalistin, die Moderation der 20.00-Uhr-Nachrichten abgegeben. "Dazu hatte ich mich zuvor verpflichtet, und daran halte ich mich", schrieb die 46-Jährige am Montag im Onlinedienst Instagram. Die Entscheidung sei "unumgänglich und schwierig" gewesen. Ihr Partner Glucksmann, mit dem sie seit 2015 liiert ist, hatte am Vorabend seine Präsidentschaftskandidatur bekanntgegeben.
Er will sich im Oktober an einer Vorwahl beteiligen, bei der auch mehrere Vertreter der Sozialistischen Partei (PS) antreten wollen. Es wird damit gerechnet, dass auch Parteichef Olivier Faure antritt, der sich jedoch noch nicht öffentlich erklärt hat.
Salamé reiht sich damit in eine Liste von prominenten Journalistinnen in Frankreich ein, die wegen der politischen Karriere ihrer Partner ihre Sendungen aufgaben.
Die Klatschzeitschrift "Paris Match" hatte Mitte August eine Foto-Reportage über Glucksmann und Salamé aus ihrem Urlaub auf Korsika veröffentlicht. Der 46 Jahre alte Glucksmann ist der Sohn des Philosophen André Glucksmann. Er gründete 2018 seine linksgerichtete Partei Place Publique (Öffentlicher Platz) und ist seit 2019 EU-Abgeordneter. Er war zeitweise Berater des georgischen Präsidenten Micheil Saakaschwili.
Die Präsidentschaftswahl findet im April und Mai kommenden Jahres statt. Amtsinhaber Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten. Aus seinem Lager will Ex-Premierminister Edouard Philippe kandidieren. Für die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) will Marine Le Pen ins Rennen ziehen. Ihr werden gute Chancen zugesprochen, in die Stichwahl zu kommen.
V.Sahli--al-Hayat